Evaluationsbericht Projekt Kaffeestübchen
1. Rahmendaten
Trägerschaft: netzwerk09 eV.mildtätig
Projektname: Kaffeestübchen
Dauer: 01.02.2010 – 01.02.2015
Ort: St. Johann Str. 46, 47053 Duisburg
Gesetzlicher Vertreter: Bernd Bischof
Teilnehmende:
Das Projekt wird ausschließlich von ehrenamtlichen Kräften getragen.
Geplante Zielgruppe:
Personen die aufgrund des Wandels unserer
Gesellschaft in finanzielle und soziale Bedrängnis geraten sind.
"Hier sind besonders die gemeint, die aus ökonomischer Sicht nicht optimal verwertbar sind (Ungelernte, Langsamere, zu Kreative usw.) "
2. Planungsphase
Im Rahmen des Strukturwandels unserer Arbeitsgesellschaft sind die aufkommenden sozialen Probleme zu lösen.
Die Zeiten in der die Industrie auf Massenarbeitskräfte angewiesen war ist vorbei und somit auch die Vollbeschäftigung für viele unserer Mitbürger.
"Hier sind besonders die gemeint, die aus ökonomischer Sicht nicht optimal verwertbar sind (Ungelernte, Langsamere, zu Kreative usw.) "
Das Kaffeestübchen ist ein sozialräumliches Projekt und fördert die Gemeinschaft in Ihrem sozialen Umfeld.
Gemeinsame Wertschätzung und Hilfestellung eines jeden unterstützt bei der Findung einer eigenen selbstachtenden Identität.
Öffentlichkeitsarbeit
Durch aktive Zusammenarbeit mit den sozialen
Einrichtungen, wzB. christliche Gemeinden,
oder die Kooperation mit Verbänden und gemeinnützigen sozialen Verbänden/Vereinen sowie die Ansprache bei Selbsthilfegruppen ergab ein durchgehend positives Feedback und die Resonanz der Betroffenen deutlich erkennbar.
Die Präsenz in den Medien ist in der Planungs-
phase. Der Kontakt zu lokalen Fernsehsender ist hergestellt. Studio 47 und WDR.
3. Rahmenbedingung für die Durchführung der Veranstaltung
3.1 Leitung
Die Menschen werden in ihrer Problemlage immer als Bestandteil eines Beziehungssystems und ihres sozialräumlichen Umfelds anerkannt.
Die Begleitung und Beratung zum selbst-betimmten Leben stehen im Vordergrund. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung wird unterstützt und erweitert. Das Ziel ist es Ressourcen zu entdecken und zu erweitern. Die Entdeckung relevanter Sozialsysteme, Vernetzung und die aktive Zusammenarbeit mit anderen bereits bestehenden Institutionen werden hergestellt. Hierbei steht der Mensch im Vordergrund und wird als aktiver Mitgestalter in alle Phasen einbezogen.
Die Hilfeangebote werden kostenbewußt und nachhaltig gestaltet.
Hierbei focussieren wir besonders die Beziehungen zu:
Freunden/Clicue
Nachbarschaft
Familie
Partner/Partnerin
Behörden
Potentielle Arbeitgeber
Firmen im sozialen Umkreis
Engagierte Gruppen in der Umgebung
3.2 Infrastruktur, Umgebung
Der Treffpunkt liegt im Zentrum Hochfelds einem vom Strukturwandel besonders betroffenem Stadteil.
(vgl. Integriertes Handlungsprogramm für die Stadtteilerneuerung
Duisburg-Hochfeld http://www.duisburg.de/micro/eg-du/medien/D_HochfeldKonzeptEGDU.pdf)
3.3 Besucher
Der niedrigschwellige Anlaufpunkt wird angenommen und schon nach kurzer Startphase öffnen sich die Menschen, reden über Ihre Probleme.
Die angebotene Hilfestellung wird gerne angenommen und die sich daraus ergebende Perspektiven werden interessiert weiterentwickelt.
Als besonders positiv ist die daraus entstandene Gruppendynamik zu werten, die darauf basiert sich gegenseitig zu unterstützen.
Die deeskalierende Wirkung in der Zusammen-arbeit mit den entsprechenden Behörden entspannt das Klima und erhöht die Lebensqualität. Den Empfängern von Leistungen werden Ängste genommen.
Es ist festzustellen, dass es bei den Betroffenen nicht in erster Linie an finanziellen Mitteln sondern an sozialen Kontakten fehlt. Das Haupt-anliegen des angesprochenen Personen ist das Leben in Gemeinschaft und die Entwicklung neuer Lebensperspektiven.
Der Kontakt in einer neutralen Begegnungsstätte ermöglicht den Kontakt verschiedener Gruppen und Einzelpersonen und erweitert das Bewus-stsein eines jeden Einzelnen und erleichtert den Umgang mit neuen Lebenssituationen.
4. Arbeitsweise
4. Hilfestellung durch netzwerk 09
Fallbeispiel
4.1.1. Beschreibung der Situation
Hilfesuchender ca. 35 Jahre trifft während der Kälteperiode im Kaffeestübchen ein.
Es folgt ein Gespräch zu Situation.
4.1.2. Ergebnis des Gesprächs:
Der Hilfesuchende ist ohne festen Wohnsitz. Seit 10 Jahren.
Der Hilfesuchende hat ein Alkoholproblem
Der Hilfesuchende ist in einem verzweifelten Zustand. Das optische Erscheinungsbild ist entsprechend.
Der Hilfesuchende ist mittellos.
Verweigert aufgrund von Ängsten die Hilfestellung durch Behörden.
4.1.3. Sofortiges Vorgehen:
Unterbringung in eigenen Räumlichkeiten des Netzwerk09.
Versorgung mit Nahrung und Kleidung.
Respektvolle und wertschätzende Begleitung durch unsere Mitarbeiter.
Ruhezustand herführen.
4.1.4. Weitere Schritte:
Soziales Umfeld stabilisieren.
I.
Festen Wohnsitz einrichten.
Finanzielle Grundsicherung ermöglichen. Begleitung bei Behördengängen/ Vermittlerrolle.
Hilfe bei der Antragstellung/Gemeinsame Wohnungssuche.
Aufarbeitung des Liegengebliebenen. Vermittlung zu Rechtsanwälten/Anragstellung/Klärung zur Lage der Krankenversicherung/Rechtsberatung.
II.
Sorge um regelmäßige Nahrungsaufnahme und Körperpflege.
Gesundheitskontrolle durch Arzt. Insbesondere zahnärztliche Versorgung.
Aufzeigen der möglichen Entgiftungswege. Vermittlung in Therapieeinrichtung.
III.
Vermittlung neuer Lebensperspektiven
Vermittlung in Arbeit
Teilnahme an aktiver Freizeitgestaltung
Möglichkeit der Teilnahme an Seminaren/Kursen.
IV.
Der Unterstützte nahm die aufkommende Ruhe und Wertschätzung seiner Person als besonders wertvoll auf und befand sich schon nach kurzer Zeit in der Lage sich aktiv und dauerhaft am Gemeinschaftsleben zu beteiligen und verliert die Angst vor seinen Mitmenschen.
Er nimmt die von Ihm selbstinizierten Termine war und beginnt sich in das soziale Netz zu integrieren.
Der Konsum von Alkohol tendiert fast zum Nullpunkt.
Realitätsnahe Ziele für die Zukunft werden verfolgt.
Der Gesundheitszustand verbessert sich täglich.
5. Tendenzen
Schon nach kurzer Zeit bringen sich die Bürger in Hochfeld in dieses stadtteilbezogene Projekt ein, pflegen dieses mit Ihrer eigenen Arbeitskraft und entwickeln selbst neue Lebensperspektiven.
Der Umgang mit der Umwelt entspannt sich, extreme Reaktionen und Haltungen lösen sich.
Netzwerk 09
Gemeinsam in die Zukunft